In Abwandlung eines erfolgreichen Werbeslogans ließe sich mit Blick auf die gegenwärtigen Entwicklungen des Internets sagen: »Das Netz bist Du!« War es noch vor einigen Jahren so, dass nur eine vergleichsweise kleine Gruppe von Teilnehmern in der Lage war, im Internet sich nicht nur zu informieren, sondern auch eigene Inhalte zu veröffentlichen, so hat sich mit der Web 2.0 Bewegung dieses Verhältnis dramatisch verändert. Die Zahlen derjenigen, die interaktive Internet-Plattformen wie Wikipedia, MySpace, YouTube oder Facebook aktiv nutzen, gehen mittlerweile in die Millionen und es werden täglich mehr. Dieser Wandel von einer eher passiven hin zu einer aktiven Nutzung des Internet hat sicherlich viel damit zu tun, dass es heute auch für den technisch nicht besonders Versierten möglich ist, an der Erzeugung und Weitergabe von Inhalten im Netz mitzuwirken (»user generated content«). Offenbar gibt es aber auch bei immer mehr Internetteilnehmern das Bedürfnis sich mitzuteilen, Gleichgesinnte zu finden und an gemeinsamen Projekten mitzuwirken.
Die Kommunen in Deutschland haben dieser Entwicklung lange Zeit nur als »Zaungast« beigewohnt. Sie haben sich weitgehend darauf beschränkt, das World Wide Web (WWW) wie einen elektronischen Behördenanzeiger zu nutzen, um zuvor ausgewählte Informationen und Hinweise an die Bürger weiterzugeben. Das Internet wurde so zur Einbahnstraße; die Gegenfahrbahn blieb ungenutzt. Mittlerweile sind jedoch die Kommunen dazu übergangen, sich aktiver in das mediale Geschehen einzumischen und das Thema E-Partizipation als relevanten Bestandteil ihrer E-Government-Strategie zu verstehen
Ein wesentliches Problem jeglicher Beteiligung ist die Aktivierung von Betroffenen in repräsentativem Umfang. Zwar versucht die Stadt Köln alle Zugangskanäle (Internet, Call Center, Bürgerversammlungen und schriftliche Anträge) zu berücksichtigen. Es hat sich aber gezeigt, dass ein großer Anteil der Bevölkerung diesen Service nicht in Anspruch nimmt. Dies geschieht einerseits aus Unkenntnis und andererseits aus Desinteresse oder auch Unvermögen.
Bürgerschaftliches Engagement ist Motor und Indikator für Integration jeglicher Bevölkerungsgruppen. Wer an der Gesellschaft partizipiert, wird für das Gemeinwesen Verantwortung übernehmen und dadurch zugleich weitere Partizipationschancen erhalten.
Mit den wachsenden Potentialen des Internets können Partizipation, Bürgerorientierung und weitere Initiativen für ein „smartes“ Köln effektiv miteinander verzahnt werden.
Dabei muss sich die Weiterentwicklung und der Ausbau von Bürgerservice und Bürgerbeteiligung konsequent an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren. In Zeiten von Web 2.0 heißt das auch, welche E-Services werden wirklich gewünscht und nachgefragt, welche fördern eine effektive Teilhabe breiter Bevölkerungskreise? Köln verfügt über eine Vielzahl kreativer und leistungsstarker Unternehmen der Internetbranche sowie über eine rege Internetcommunity. Dieses Potenzial soll in Zukunft stärker bereits in die Entwicklung und Gestaltung der kommunalen E-Services eingebracht werden. Dazu zählt die Einbindung von Open Source Projekten, die in Partnererschaft von Stadt und lokalen Internetakteuren entwickelt werden sollen. Diese lokal generierten (offenen) Anwendungsentwicklungen können dann auch auf europäischer Ebene hervorragend transferiert und weiterentwickelt werden.